Angiologie

Was ist Angiologie und was macht ein Angiologe?
Vielen Patienten ist der Begriff Angiologie nicht geläufig. Deshalb bezeichnen sie den Angiologen oft auch als Gefäßarzt oder Venenarzt. Der Begriff Angiologie kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie die Lehre von den Gefäßen. Der medizinische Fachbereich ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin und befasst sich mit der Funktion und den Erkrankungen von Arterien, Venen und Lymphgefäßen. Dabei ist es die Aufgabe des geschulten Facharztes Gefäßerkrankungen zu diagnostizieren und entsprechende Therapien zu veranlassen. Weiterhin führt der Angiologe – so die korrekte medizinische Bezeichnung für einen derartigen Spezialisten – Vorsorgeuntersuchungen durch, um einer Erkrankung der Gefäße vorzubeugen. Doch nicht alle Gefäße werden auch vom Angiologen behandelt. So kommt bei Erkrankungen der Koronargefäße nicht der Angiologe zum Einsatz, sondern der Kardiologe. Zudem kümmern sich bei Gefäßerkrankungen, die das zentrale Nervensystem betreffen in erster Linie Ärzte aus den Fachbereichen Neurologie und Neurochirurgie um Prävention und Therapie. Dennoch besteht nicht selten bei angiologischen Krankheitsbildern eine enge Kooperation mit anderen medizinischen Fachgebieten, dazu gehören in der Regel: Kardiologie, Neurologie und Gefäßchirurgie.

 

Typische Gefäßerkrankungen, die der Angiologe behandelt
Die Angiologie ist das bisher jüngste Fachgebiet der Inneren Medizin und wurde in Deutschland von Professor Max Ratschow begründet. Er eröffnete im Jahr 1954 eine angiologische Klinik für Gefäßkrankheiten und legte somit den Grundstein heutiger Untersuchungs- und Therapiemethoden bei Erkrankungen der Gefäße. Doch was sind die häufigsten Gefäßerkrankungen? Hierbei gilt es zwischen Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße zu unterscheiden.

 

Erkrankungen der Arterien
– Durchblutungsstörung der Beine und Arme („Schaufensterkrankheit“) – pAVK
– Engstelle der Halsschlagader – Carotisstenose
– Erweiterung der Bauchschlagader – Aneurysma
– akuter Gefäßverschluss – Embolie
– Diabetischer Fuss
– Durchblutungsstörung von Nieren und Darm – Nierenarterienstenose , Angina abdominalis
– Raynaudsyndrom
– Entzündungen der Gefäße – Großgefäßvaskulitis, Takayasu-Arteriitis
– Funktionelle Gefäßerkrankungen – Thoracic outlet Syndrom, Entrapment

 

Erkrankungen der Venen
– Thrombose der Bein- und Armvenen
– Venenentzündung – Thrombophlebitis
– Chronische venöse Insuffizienz (CVI), Ulcus cruris – „offenes Bein“
– Krampfadern – Varikose

 

Erkrankungen der Lymphgefäße
– Lymphödem

 

Angiologische Untersuchung, Behandlung und Therapie bei diagnostizierter Gefäßerkrankung
Haben Sie einen Verdacht auf eine Gefäßerkrankung oder möchten Präventionsmaßnahmen ergreifen, können Sie sich gern einer angiologischen Untersuchung in unserem Hause unterziehen. Unsere Spezialisten für Angiologie werden mit Ihnen ein Patientengespräch (Anamnese) führen und Sie nach möglichen Beschwerden befragen. Danach folgt eine gründliche körperliche Untersuchung und eine Ultraschalluntersuchung sowie ggf weitere apparative Untersuchungen wobei geprüft wird ob tatsächlich eine Gefäßerkrankung vorliegt. Wir bieten in unserem internistischen Zentrum folgende angiologische Untersuchungsmethoden an:

– Farbduplexsonographie (Ultraschalluntersuchung) der Arterien und Venen
– Messung Knöchel-Arm-Index (ABI)
– Segmentale Oszillographie – PVR
– Akrale Oszillographie
– Venenverschlussplethysmographie und Lichtreflexionsrheographie
– Laufband-Ergometrie
– Kontrastmittelsonografie der Bauchaorta nach EVAR (Stenting der Bauchaorta)

Ist der Befund positiv wird vom Angiologen zunächst ein medikamentöser Behandlungsplan für den Patienten erstellt. Sollten weiterführende bildgebende Untersuchungen nötig sein oder auch eine Operation oder Katheterbehandlung überweisen wir an spezialisierte Gefäßzentren in Kliniken mit denen wir vertrauensvoll zusammenarbeiten.

 

Unsere Ärzte für Angiologie sind für Sie da
Möchten Sie sich von einem Gefäßarzt untersuchen lassen? Vereinbaren Sie gleich jetzt einen Termin. Wir sind ein zuverlässiger Ansprechpartner bei Fragen zum Thema Angiologie. Rufen Sie uns an. Wir helfen Ihnen gern weiter. Unsere freundlichen Mitarbeiter kümmern sich um Ihr Anliegen, denn Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen.

Venenverschlussplethysmographie und Lichtreflexionsrheographie

Nicht invasive Untersuchungsmethoden zur Beurteilung des venösen Abstroms nach ausgedehnten Mehretagenthrombosen sowie zur Abschätzung der Venenklappenfunktion der tiefen und oberflächlichen Beinvenen bei Varikose oder stattgehabter Thrombose.

 

Segmentale Oszillographie – PVR

Die Oszillographie ist auch eine nicht invasive Untersuchungsmethode zur Beurteilung der arteriellen Durchblutung im Bereich der Arme und Beine. Sie ist insbesondere beim Diabetiker die Methode der Wahl zur Durchblutungsbeurteilung im Bereich der Füsse, da der ABI (Knöchel-Armindex) aufgrund von Gefäßverkalkungen (Mediasklerose) meist nicht verwertbar ist.

MR- und CT-Angiographie

Die Kernspin-Angiographie (MR-Angiographie) erlaubt mittlerweile eine nicht invasive Darstellung des gesamten Gefäßbaums ohne Strahlenbelastung. Sie ist in bestimmten Indikationen zusätzlich zur Duplexsonographie notwendig: u.a. zur Beurteilung der Arterien im Gehirn, zur Darstellung der Beckengefäße bei schwierigen Ultraschallbedingungen (insbesondere bei stark übergewichtigen Patienten), zur Planung einer Gefäßoperation. Sie hat in weiten Bereichen die rein diagnostische Katheteruntersuchung (DSA-Digitale Substraktionsangiographie) abgelöst.
Die CT-Angiographie ist insbesondere zur Planung einer Ausschaltung eines Bauchaortenaneurysmas mit einer Stentprothese (EVAR- Endovascular Aortic Repair) unverzichtbar. Ebenso ist sie mittlerweile die Methode der Wahl in der Diagnostik der Lungenembolie. Beide Verfahren bieten wir gemeinsam mit unseren Radiologischen Kooperationspartnern an.

 

Messung Knöchel-Arm-Index (ABI)

Mit Ultraschallverfahren (cw-Doppler) wird der Blutdruck im Bereich der Knöchelarterien gemessen. Das Verhältnis von Knöchelarteriendruck zu Armarteriendruck (Ankle-brachial-Index – ABI) dient zum Nachweis oder Ausschluss einer arteriellen Durchblutungsstörung an Armen oder Beinen.

Laufband-Ergometrie

Bei der peripheren arteriellen Verschlusserkrankung (Schaufensterkrankheit) ist die Gehstrecke durch Schmerzen in den Beinen limitiert. Mit der Laufbandergometrie kann die schmerzfreie Gehstrecke unter standardisierten Bedingungen dokumentiert und im Behandlungsverlauf kontrolliert werden. Zusammen mit der Knöchelarteriendruckmessung nach Belastung ist es auch eine valide Methode zur Abgrenzung gegenüber anderen Erkrankungen die belastungsabhängige Beinschmerzen verursachen (insbesondere Spinalkalstenose).

Kontrastmittelsonografie der Bauchaorta nach EVAR (Stenting der Bauchaorta)

Diese Ultraschalluntersuchung mit einem speziellen Kontrastmittel (SonoVue) das in die Armvene gespritzt wird, erlaubt eine regelmässige, nichtinvasive Nachsorge nach Stenting eines Bauchaortenaneurysmas. Die Stentprothese in der Bauchschlagader kann so ohne Strahlenbelastung und ohne Belastung der Nieren und der Schilddrüse in regelmässigen Abständen auf Undichtigkeiten (Endoleak) hin untersucht werden.

Katheterbehandlung bei Durchblutungsstörungen

Bei Beschwerden aufgrund von Durchblutungsstörungen der Arterien ist das Ziel eine Durchblutungsverbesserung durch Beseitigung von Engstellen oder Verschlüssen. Dies kann heutzutage in vielen Fällen mittels Kathetertechnik erreicht werden. Dazu wird ein dünner Kunststoffschlauch in die Leisten- oder Ellenbeugenarterie eingeführt und dann die Engstelle mit einem Ballon und ggf. einer zusätzlichen Gefäßstütze (Stent) aufgedehnt. Diese Behandlungsmöglichkeit erfordert normalerweise einen 2-3 tägigen stationären Aufenthalt in einer unserer Partnerkliniken.

Farbduplexsonographie

Die Farbduplexsonographie ist eine Ultraschallmethode mit der die großen Blutgefässe des Körpers untersucht werden. Die Arterien (Halsschlagader, Bauchschlagader, Nieren- und Mesenterialarterien, Arm- und Beinarterien) können auf das Vorliegen von arteriosklerotischen oder entzündlichen Gefäßwandveränderungen untersucht werden. Gefäßverengungen und –verschlüsse können genau lokalisiert und quantifiziert werden. Dies ist vor allem im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen bei bestehenden Gefäßrisikofaktoren (z.B. Hochdruck, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselerkrankungen) wichtig.
Die Ultraschalluntersuchung der Venen (Hals- , Arm – und Beinvenen) erlaubt eine sichere Beurteilung mit Hinblick auf eine Thrombose sowie eine Varikose (Krampfadern).

 

Akrale Oszillographie

Die akrale Oszillographie erlaubt eine Beurteilung der Durchblutung bis zu den Zehen- und Fingerspitzen. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Abschätzung der Durchblutungsstörung beim Diabetischen Fuss und auch in der Differentialdiagnose des Raynaudsyndroms.