Kardiologie

Was ist Kardiologie

Unter Kardiologie versteht man die Lehre vom Herzen, mit der sich in erster Linie ein geschulter Kardiologe beschäftigt. Sie befasst sich mit der Struktur, der Funktion und den Erkrankungen des Herzens, die angeboren oder erworben sein können. Dazu gehören auch die Funktion und Erkrankungen des Blutkreislaufs (z.B. Bluthochdruck = arterielle Hypertonie) sowie der herznahen Blutgefäße (z.B. arterielle Verschlußkrankheit, Schlaganfall = Apoplex). Bei der Diagnostik und Behandlung kommt es zu Überschneidungen mit anderen Fachgebieten wie Angiologie, Neurologie und Pneumologie.

 

Kardiologie: Strukturelle Herzerkrankungen

Ein wichtiger Krankheitskomplex der Kardiologie sind die sogenannten strukturellen Herzerkrankungen.

Die koronare Herzerkrankung (KHK) ist die häufigste strukturelle Erkrankung des Herzens. Dabei sind die Herzkranzgefäße betroffen. In den meisten Fällen ist eine Arteriosklerose (= Arterienverkalkung) die Ursache. Hauptrisikofaktoren der Arteriosklerose sind Bluthochdruck, zu hohes Cholesterin, Diabetes mellitus, Nikotinkonsum, genetische Faktoren. Die Verhinderung dieser Erkrankung, also die Prävention, die Erkennung, Behandlung und Nachsorge aller Ausprägungen, von Angina pectoris (= Brustenge) bis zu Herzinfarkten und deren Folgen, wie infarktbedingter Herzmuskelschwäche, gehören zum Hauptaufgabengebiet der Kardiologen.

Des Weiteren zählen auch die Erkrankungen der Herzklappen (z. B. hochgradige Verengungen der Klappen) und des Herzmuskels (beispielsweise aus der Gruppe der Kardiomyopathien) zu den strukturellen Herzerkrankungen.

Zu den entzündlichen Herzerkrankungen gehört die Endokarditis (Herzklappenentzündung), Myokarditis (Herzmuskelentzündung) und Perikarditis (Herzbeutelentzündung).

Auch Herzrhythmusstörungen (Rhythmologie) spielen in der Kardiologie eine wesentliche Rolle. Bei letzteren überwiegen zahlenmäßig Rhythmusstörungen aus der Vorkammer des Herzens, beispielsweise das häufig auftretende Vorhofflimmern.

Sehr bedeutungsvoll für den Patienten sind aber auch Rhythmusstörungen der Hauptkammer des Herzens, wie Ventrikuläre Tachykardien oder Kammerflimmern. Diese sind mit eine der häufigsten Ursachen für den Plötzlichen Herztod. Die häufigsten Ursachen von ventrikulären Rhythmusstörungen sind Durchblutungsstörungen des Herzmuskels (Herzinfarkt), Herzmuskelschwäche, aber auch seltene angeborenen Erkrankungen (z.B. Ionenkanal-Erkrankungen).

 

Kardiologie:  Therapeutische Optionen

Viele therapeutische Optionen stehen für alle Bereiche der Kardiologie heute zu Verfügung. Neben der medikamentösen Therapie haben in den letzten Jahrzehnten die invasiven Therapien an Bedeutung gewonnen. Mittels Herzkatheter ist die Darstellung der Herzkranzgefässe möglich (Koronarangiographie), beispielsweise bei Verdacht auf Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung. Liegt eine Engstelle der Koronarien vor, kann dann eine therapeutische Koronarintervention erfolgen, wie die Ballondilatation (= PTCA) und die Stentimplantation. Interventionelle und apparative Therapie von Rhythmusstörungen bestehen in der Implantation von Herzschrittmachern oder Kardioverter-Defibrillatoren. Auch die Verödung, also Ablation, von Rhythmusstörungen gewinnt immer mehr an Bedeutung.

 

Weitere Informationen zum Thema Kardiologie erhalten

Sie interessieren sich für den Bereich Kardiologie und möchten sich gern zum Thema Kardiologie ausführlicher informieren? Wir beraten Sie gerne. Sprechen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Termin mit einem erfahrenen Kardiologen. Ob Vorsorgeuntersuchung oder bei akuten Beschwerden, Ihre Gesundheit liegt uns sprichwörtlich am Herzen. Nehmen Sie daher mit unserer Praxis Kontakt auf. Bei uns sind Sie in guten Händen.

Das Ruhe-EKG kann die elektrischen Ströme des Herzens von der Körperoberfläche ableiten. Es ist die kardiologische Basisuntersuchung. Mit geringstem Aufwand hat man in ein paar Sekunden Informationen über den Herzrhythmus, die Herzfrequenz und die Erregungsleitung. Damit können u.a. langsame (z.B. AV-Blockierungen) und schnelle (z.B. Vorhofflimmern) Herzrhythmusstörungen sowie Durchblutungsstörungen des Herzmuskels erkannt (Herzinfarkt) werden.
Die Durchführung eines Ruhe-EKGs ist bei folgenden Symptomen sinnvoll:

  • Routineuntersuchung im Rahmen eines Gesundheits-Checks
  • Schwindel
  • Bewußtlosigkeit
  • Brustschmerzen
  • Herzrasen
  • Unregelmäßiger Puls

Bei der Belastungsuntersuchung (= Ergometrie) wird üblicherweise nach WHO-Schema der Patient definiert belastet. Die Arbeitsleistung wird dabei anhand von Watt errechnet. Gleichzeitig erfolgt eine EKG-Registrierung. Durch Auftreten von Erregungsrückbildungsstörungen im EKG und/oder Auftreten von Angina pectoris-Beschwerden (= anfallsartige Schmerzen in der Brust) können Durchblutungsstörungen des Herzmuskels (durch Verengung der Herzkranzgefässe), die in Körperruhe nicht vorhanden waren, erkannt werden. Des weiteren können belastungsabhängige Herzrhythmusstörungen erfasst werden.

Weiter Fragestellung des Belastungs-EKGs sind:

  • Blutdruckverhalten unter Belastung
  • Pulsverhalten unter Belastung
  • Trainingszustand von Herzgesunden und -kranken
  • Therapiekontrolle bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung

Mit dem Langzeit-EKG (auch Holter-EKG -nach dem Erfinder Norman J. Holter -genannt) besteht die Möglichkeit den Herzrhythmus des Patienten über 24 Stunden und länger aufzuzeichnen. Dies erfolgt mit einem kleinen Gerät, dass der Patient mit sich trägt. Da Herzrhythmusstörungen in der Regel nur ab und zu auftreten, sind diese in einem normalem Ruhe-EKG sehr oft nicht vorhanden.  Mit dem Langzeit-EKG können u.a. folgende Passagere Rhythmusstörungen erkannt werden:

Langsame (bradykarde) Rhythmusstörungen:

  • Kranker Sinusknoten (Sick-Sinus-Syndrom)
  • AV-Blockierungen
  • langsames Vorhofflimmern

Schnelle (tachykarde) Rhythmusstörungen:

  • schnelles Vorhofflimmern
  • „Reentrytachykardien“
  • bösartige Rhythmusstörungen wie ventrikuläre Tachykardien

Wenn Rhythmusstörungen sehr selten auftreten, können sie durch einen sogenannten Eventrekorder erfasst werden. Der Patient bekommt ein Gerät in Scheckkartenformat für mehrere Wochen mit. Bei Auftreten der Beschwerden hält der Pat. das Gerät an die Brust. Das EKG wird für 30 Sekunden aufgezeichnet. Per Funk über eine Telefonleitung wird das EKG noch am selben Tag an unsere Praxis übermittelt. Wir stellen diese Geräte unseren Patienten zur Verfügung

Langzeitblutdruckmessung

Eine der genausten Methoden zur Überprüfung eines behandlungsbedürftigen Hochdrucks ist die Aufzeichnung des Blutdrucks über 24 Stunden. Dabei wird ein Blutdruckgerät angelegt, das tagsüber ca. alle 30 Minuten und nachts ca. alle 60 Minuten den Blutdruck misst. Bei der Auswertung werden nicht nur die Einzelwerte, sondern auch die durchschnittlichen Tages- und Nachtmittelwerte ermittelt. Diese Untersuchung ist die optimale Methode, um eine Hochdruckerkrankung frühzeitig zu erkennen oder eine Therapiekontrolle des Hochdrucks durchzuführen.

Weitere Fachbereiche

Allgemeinmedizin
Gastroenterologie / Hepatologie
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Stoffwechsel und Diabetes
Pneumologie

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