Pneumologie

Die Lungenheilkunde (griechisch Pneumologie) beschäftigt sich mit Erkrankungen des Lungengewebes, der Atemwege und des Rippenfells. Auch Störungen und Probleme des Schlafes gehören in dieses Fachgebiet. Da viele respiratorische Beschwerden allergischer Natur sind, ist die Allergologie ein wichtiger Bestandteil der pneumologischen Behandlung.

Allergietest

PRICK-Test (Allergie-Test)
In unserer Praxis verwenden wir hauptsächlich den sogenannten PRICK-Test. Dabei werden auf den Unterarm des Patienten Tropfen von verschiedenen allergenhaltigen Lösungen aufgebracht. Danach wird mit einer die Haut an den betreffenden Stellen mit einer kleinen Nadel leicht angeritzt. Nach ca. 20 min. wird das Ergebnis abgelesen. Ein Hinweis auf eine Allergie ergibt sich wenn im Bereich der Einstichstelle kleine Bläschen „Quaddeln“ entstehen. Bei Unklarheiten folgen weitere Allergietestungen durch spezielle Laboruntersuchungen.

 

Invitro-Diagnostik (Laboruntersuchungen)
Wenn wir trotz typischer Beschwerdesymptomatik in der PRICK-Testung keine Sensibilisierung nachweisen können, wird Ihr Blut auf spezifische Antikörper gegen das vermutete Allergen untersucht.

 

Reibtest
Dieser Test wird durchgeführt wenn eine Allergie gegen ein bestimmtes Allergen vermutet wird und keine käufliche Testsubstanz zur Verfügung steht, oder geklärt werden soll ob das zu Hause lebende Tier wirklich für die allergischen Beschwerden verantwortlich ist. In diesem Testverfahren wird das vermutete Allergen (z.B. die Haar des Haustieres) auf dem Unterarm über 8-10 mal kräftig gerieben. Auf dem anderen Arm erfolgt das Selbe Procedere mit einer in physiologischer Kochsalzlösung getränkter Gase. Bei einer Sensibiliesierung entstehen innerhalb weniger Minuten Bläschen welche sich zu großen Blasen ausweiten können.

Ambulante Schlafuntersuchung „Polygraphie“

Diese Untersuchung dient als ambulantes Screening zur Beurteilung von Atemstörungen im Schlaf. Dabei werden mit einem tragbaren kleinem Gerät (ähnlich wie bei einer Langzeit-Blutdruck oder Langzeit-EKG-Messung) über Nacht die Schnarchgeräusche, der Atemfluss, die Thorax- und Abdominalbewegung sowie die Sauerstoffsättigung gemessen.

Dieser Parameter sind wegweisend für die Diagnostik einer sogenannten „schlafbezogenen Atmungsstörung“ und die Voraussetzung zur Überweisung in ein Schlaflabor.

Atempumpendiagnostik

Unter der sogenannten „Atempumpe“ verstehen wir die Muskeln (Zwerchfell, Zwischenrippenmuskulatur) und Knochen (Rippen, Wirbelsäule) des Thorax, welche für den „mechanischen“ Prozess der Atmung zuständig ist. Dabei heben und senken verschiedene Muskelgruppen den Brustkorb, und lassen uns so „atmen“. Verschiede Erkrankungen, vor allem neurologischer Ursache, behindern eine freie Atmung und führen so zu Atemnot. Mittels verschiedener Atemtests welche im Rahmen der Lungenfunktionsdiagnostik durchgeführt werden, können wir sehen ob die „Atemkraft“ vermindert ist.

Blutgasanalyse und Pulsoxymetrie

Blutgasuntersuchung
Bei dieser Untersuchung können der Sauerstoffgehalt, das Kohlendioxyd und der pH-Wert im Blut bestimmt werden. Die Untersuchung ist genauer als die Pulsoximetrie und dringend erforderlich wenn über die Notwendigkeit einer Heimsauerstofftherapie entschieden werden soll. Leider ist diese Untersuchung invasiv und somit etwas unangenehmer. Zuerst wird das Ohrläppchen mit einer durchblutungsfördernden Salbe eingerieben. Nach ca. 10 min. wird etwas Blut aus dem Ohrläppchen entnommen und analysiert.

Pulsoxymetrie
Mittels Pulsoximetrie werden die arterielle Sauerstoffsättigung und die Pulsfrequenz über die Messung der Lichtaufnahme bzw. Lichtabgabe bei Durchleuchtung der Haut bestimmt. Hier macht man sich den Umstand zu Nutze, dass Blut welches gut mit Sauerstoff gesättigt ist eine hellrote Farbe hat, und dass schlecht oxigeniertes Blut eher bläulich erscheint. Vorteil der Methode ist, dass sie nicht invasiv durchgeführt wird und eine Blutentnahme am Ohrläppchen entfällt.

CO-Diffusions-Messung und Lungenfunktionsdiagnostik

Um den Körper mit Sauerstoff zu versorgen muss der Sauerstoff aus der Lunge in das Blut übertreten können. Bei vielen Lungenerkrankung (Lungenfibrose, Emphysem) kommt es zu einer Störung in diesem Bereich. Die Co-Diffusionsmessung ist eine einfache Methode um Hinweise auf eine solche Störung zu erhalten. Dabei wird eine bekannte Menge an CO (Kohlenmonoxid) einatmet. Die Luft dann für 10 Sekunden angehalten (in dieser Zeit geht ein Teil des Kohlenmonoxids ins Blut über) und dann ausgeatmet. Im Anschluss wird die Kohlenmonoxidmenge in der Ausatemluft gemessen. Wenn noch viel CO in der Aasatemluft ist, bedeutet das, dass nur wenig CO ins Blut übergehen konnte, die Diffusion ist also gestört.

Spirometrie
Die Spirometrie dient zur Messung des Lungen- bzw. Atemvolumens und der Luftflussgeschwindigkeiten. Sie gibt einen schnellen Überblick über die Funktion der Lunge und der Atemwege. Die Spirometrie ist sicherlich das am häufigsten eingesetzte Verfahren in der Lungenheilkunde.

Bodyplethysmographie
Die Bodyplethysmographie (auch als Ganzkörperplethysmographie oder große Lungenfunktion bezeichnet) ist ein weiteres Verfahren zur Erfassung verschiedener Lungen- und Atemparametern. Da eine Vielzahl der bei diesem Verfahren gemessenen Parameter mittels Spirometrie nicht messbar sind, ist sie für eine Lungenfacharztpraxis unabdingbar. In unserer Praxis werden beide Verfahren in einem Durchgang zusammen durchgeführt.

 

Sonographie des Rippenfells und der Lunge

Durch eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) des Brustkorbes, die sogenannte „Thoraxwand-Sonographie“ (Pleuresonographie), kann man Veränderungen des Rippenfells, teilweise des Lungengewebes und vor allem Wasseransammlung (Pleuraergüße) in diesem Bereich diagnostizieren. Auch die Beweglichkeit des Zwerchfells und eine mögliche Lähmung kann hier beurteilt werden. Im Gegensatz zur Radiologie wird der Patient keine radioaktiven Strahlung ausgesetzt.

Bronchialer Provokationstest

Die bronchiale Provokationstestung dient zur Diagnostik einer bronchialen Überempfindlichkeit, welche eine der häufigsten Ursachen für einen länger anhaltenden Husten und pathognomonisch für ein Asthma bronchiale ist. Die Untersuchung erfolgt im Rahmen der Lungenfunktionsuntersuchung. Bei primär unauffälligem Untersuchungsbefund inhaliert der Patient stufenweise eine Lösung (in unserer Praxis Metacholin) in aufsteigender Dosierung, welche nur dann zu einer Verengung der Atemwege führt, wenn eine bronchiale Überempfindlichkeit „bronchiale Hyperreagibilität“ vorliegt. Im Anschluss an die Untersuchung erhält der Patient ein inhalatives Medikament, welches Atemwege wieder erweitert und in den normalen Zustand überführt.